Zum Inhalt

Wohnen & Aufräumen mit Kindern

  • von
Kleine Spielfiguren in vielen Farben: Autos, Boote, Segelboote

Wie klappt’s mit Kindern und dem Ordnung halten?

Kinder sind laut, spielen mal hier mal dort mal da, kosten viel Kraft und machen Freude. Das alles wusste ich vorher, aber die Praxis sieht dann doch anders aus. Als mein Kind knapp ein Jahr alt war (und auch schon die Zeit davor), hatte ich riesige Probleme, Ruhe und Raum für mich zu finden. Vor allem die vielen Sachen und das Chaos des Alltags machten mir zu schaffen. So kam ich zur KonMari® Methode. Und ich wollte sie nicht nur selbst umsetzen. Denn schnell war mir klar, dass ich meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben möchte. Gerne auch an dich!

Aber zurück an den Anfang: Kinder können einen also richtig durcheinander bringen. Das nächste Aber ist ein positives: schon recht junge Kinder sind mit Begeisterung dabei, das Spielzeug in hohem Bogen wieder in die Spielzeugkiste zu werfen. Klar heißt es auch mal „Nein.” Auch ist es für sie wichtig, das „System“ zu verstehen, ihre wichtigen Sachen greifbar zu haben.

Viele ordentlich aufgereihte Spielzeugautos in einer gelben Box
Sorgfältig aufgereihte Autos, mal sehen, wie lange das so bleibt.

Kinder werden oft mit Geschenken überhäuft. Das kann auch überfordernd sein. So haben sie dann eine  riesige Auswahl an Spielsachen, Kleidung, Schulsachen, die erst mühsam zusammengesucht werden müssen. Und wenn sie dann gesagt bekommen: „Räum dein Zimmer/deine Spielecke auf!“, wissen sie gar nicht, wo sie anfangen sollen. 
Im Kindergarten unseres Kindes gab es zum Beispiel auch nicht immer alle Bücher sichtbar in Griffhöhe. Auch zu Hause schaue ich regelmäßig, zu welchen unser Kind greift, welche gerade beliebt sind, und welche noch oder wieder uninteressant sind. So kann ich einfach austauschen. Einige Bücher kommen auch immer wieder aus der Bücherei, werden (vor-)gelesen, und wandern dann wieder zurück. So wie bei Erwachsenen ist es auch bei Kindern: manche Bücher lesen wir genau einmal und das wars. Manchmal ist ein Buch nicht das richtige. Wiederum haben wir ein Buch mindestens zweimal ausgeborgt (und waren immer traurig, als es wieder zurückmusste) und haben dann doch beschlossen, dass wir es kaufen, weil es so toll ist. Fang auch mal an, da zuzuschauen, was nur im Regal steht oder was andauernd verwendet wird. Sei auch nicht traurig, wenn einmal etwas sehr überlegt ausgesuchtes nicht so gefällt.

Apropos Kindergarten: schauen wir uns an, wie mit einer größeren Anzahl von Kindern Ordnung gehalten werden kann und wenden es zu Hause an. Wie werden die Kinder dort zum Aufräumen und Ordnung halten motiviert?

Vielleicht klappt manches davon ja auch zu Hause, da es sich ja auch schon woanders als Routine durchgesetzt hat.

Spiele und Spielzeug gestapelt.
So ein Durcheinander! Probiere meine Tipps zum Aufräumen mit Kindern aus.

Einige Tipps:

  • erreichbarer und einfach zugänglicher Stauraum
  • klare Beschriftungen und/oder Symbole: so ist klar, wo was hinkommt
  • Rituale (zum Beispiel ein Aufräumlied vor dem Abendessen oder eine Aufräumparty am Wochenende)
  • einen Aufräumplan (zum Beispiel 1. Kleidung 2. Spielzeug 3. Kuscheltiere, …), gerne mit coolem Design und ausgedruckt an der Wand als Hilfestellung
  • Zeitbegrenzung (zum Beispiel einen Timer mit 20 Minuten stellen und dann eine Pause machen)
  • Vorbild sein: unterstützen und auch selbst ausmisten/aufräumen
  • „mit der Zeit gehen“: wenn du merkst, dass die bisherigen Methoden nicht mehr funktionieren (vor allem nach einem Entwicklungssprung deines Kindes), müssen sie verändert werden.
  • von teurerem Spielzeug, Babyausstattung die Orginalverpackung etc. aufbewahren (für Verkauf/Weitergabe)

Schon etwas ältere Kinder müssen beim Aufräumen und Ausmisten unbedingt dabei sein, selbst entscheiden können, was sie noch verwenden möchten, und wofür sie schon „zu groß” sind. Sie wissen, was ihnen Freude macht und was nicht, vor allem wenn es ihnen vorgezeigt wird und sie sehen wie Eltern/Bezugspersonen ihre Sachen in die Hand nehmen und intuitiv entscheiden, was sich gut anfühlt, was gerne getragen wird … Denn hier ist kaum Kopfarbeit dabei, das geht auch Kindern leicht von der Hand. So wirst du auch nur selten eingreifen müssen.

Hier vielleicht dann schon:

„Nein, das Deutsch-/Mathebuch werfen wir nicht weg.“

Die Aufräumparty: kurzes How-to

Die Idee dabei ist, das Aufräumen spielerisch zu gestalten und zu einer lustigen gemeinsamen Aktivität zu machen. Einige Vorschläge dazu:

  • Musik (Musikwünsche berücksichtigen, notfalls Kopfhörer für einzelne Familienmitglieder, sie sollte nicht zu ruhig und gemütlich sein aber auch nicht nervös machen)
  • Snacks und Getränke für die Pausen vorbereiten und den Esstisch schön decken
  • einen Timer stellen, zum Beispiel auf 20 Minuten
  • einen bestehenden Aufräumplan verwenden oder eine neue Checkliste machen
  • Stempel oder Stifte zum abhaken der Aufgaben
  • alle bekommen Aufgaben, auch die Erwachsenen
  • Aufgaben gemeinsam kurz durchgehen und erklären
  • immer mal wieder vorbeischauen oder Aufgaben in der Nähe machen, unterstützen, vielleicht auch selbst um Hilfe bitten
  • Pausen machen und ein feierlicher Abschluss

    Probiert es doch mal aus! Bin gespannt, wie es bei euch ankommt.

    Nach dem Aufräumen und Ausmisten

    Beim Wegbringen von Aussortiertem gibt es hier viele Möglichkeiten. Gute Möglichkeiten sind Kostnixläden, Sozialmärkte wie Carla (hier gibt es in allen Bundesländern Filialen), Volkshilfe (hier die Übersicht der Kleidercontainer). Hier informiere dich immer über die aktuellen Öffnungszeiten und ob und was gerade angenommen wird, da kleinere Shops manchmal Aufnahmestopp haben oder bestimmte Schwerpunkte setzen. Bücherschränke sind oft rund um die Uhr zugänglich. 

    Vielleicht bist du ja auch Mitglied in einer digitalen Elterngruppe, da kannst du einfach Fotos von den aussortierten Sachen reinpacken und eine kurze Beschreibung (bei Kleidung Größen, Zustand, wann und grob wo abzuholen) dazuschreiben. Gerade Kinderkleidung für jüngere Kinder ist immer sehr gesucht (sie wachsen ja so schnell) und findet rasch bei Verschenk- oder Tauschgruppen, oder zahlreichen Abgabestellen dankbare Abnehmer_innen.

    Zum Mitmachen toll sind Kinder-Flohmärkte, bei denen Kinder ihre (gut erhaltenenen) nicht mehr gebrauchten Spielsachen uvm. selbst verkaufen können, eine gute Idee. So können für den selbst verdienten Gewinn neue Sachen, die besser zum neuen Geschmack und Alter passen, erworben werden. Natürlich kann das Geld auch gespart werden.

    Der Endgegner: Kinderkunst

    „Danke, wow, das ist voll schön! Schau, wir hängen es hier auf den Kühlschrank.“

    Fünf Bilder später ist der Kühlschrank voll, was nun?

    Hier tue ich mir auch oft schwer, aber einige Möglichkeiten: 

    • Kunstwerke ausstellen, nicht irgendwo nur rumliegen und verstauben lassen.
    • Eine Mappe machen. Hier die Bilder (wenn ihr wollt) auch immer mit Datum oder Alter deines Kindes beschriften.
    • Verwenden: Ich klebe zum Beispiele kleine Kunstwerke in meinen Kalender/mein aktuelles Notizbuch.
    • Es gibt auch spezielle Bilderrahmen, in denen mehrere Bilder aufbewahrt und ausgewechselt werden können.
    • Digitalisieren: Fotos machen und archivieren, zum Beispiel auch mit Alter oder Datum dazu, wann das Werk geschaffen wurde.
    • Vorsicht: Nicht heimlich wegwerfen, sondern gemeinsam eine Auswahl treffen.

      Wenn du dich also für den KonMari® Prozess & fürs Aufräumen entscheidest: es wird nicht immer einfach werden (gerade mit Kindern), aber ihr werdet sehr bald den Gewinn für euer Zusammenleben spüren. Deine Kinder (ab einem gewissen Alter natürlich) finden selbst alle ihre Sachen, sie können selbst (mehr oder weniger) Ordnung halten und brauchen etwas weniger Unterstützung als zuvor. Das bringt Ruhe in den Alltag. Für mehr Zeit für gemeinsame Unternehmungen, fürs Spielen, zur Ruhe kommen, als Familie sein.

      Dann muss nur noch am Abend das liegen gebliebene Spielzeug in die Kisten, getragene Kleidung in die Wäsche (können Kinder auch schon sehr früh selbst) und ein Buch fürs Vorlesen ausgesucht werden. Klingt doch schon viel einfacher, oder?

      Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Tipps an die Hand geben (such dir die raus, die für dich passen), und dich inspirieren, gemeinsam mit deinen Lieben für mehr Ordnung zu sorgen. Bitte beachte, dass jedes Kind andere Bedürfnisse hat und manches nicht für jeden Haushalt umsetzbar ist. Die Tipps hier im Artikel sollten generell für Kinder ab 2 oder 3 Jahren bis Volksschulalter Gültigkeit haben. 

      Du willst noch mehr? – Gerne begleite ich Familien bei ihrer persönlichen Reise 🙂 Melde dich bei mir für ein unverbindliches Erstgespräch.

      Elis Eder telefoniert mit Kund*in und macht sich Notizen.

      Zuletzt noch ein paar Bücherempfehlungen:

      Die Altersangaben habe ich recherchiert. Ich finde, je nach Kind gehen die auch schon früher.

      Tipp: Bücher am besten in der Buchhandlung oder Bücherei deines Vertrauens besorgen 🙂

      Schreibe einen Kommentar

      Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert